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Verräterische Spuren im Atem
15/10/2007
Rauchverbote führen zu einer geringeren Schadstoff-Belastung der Atemluft. Dies gilt nicht zuletzt für Passivraucher.

Die Befürworter schärferer Rauchverbote können auf neue Argumente zurückgreifen: Die europäische Anti-Tabak-Initiative Help hat jetzt in einer Studie die unmittelbaren Auswirkungen des blauen Dunsts bei Aktiv-, vor allem aber auch Passivrauchern untersucht. Dazu wurde bei mehr als 110.000 EU-Bürgern der Kohlenmonoxid-Gehalt in der Atemluft gemessen.

3501 Österreicher nahmen teil

An der Untersuchung nahmen auch 3501 Österreicher teil. Die wichtigsten Ergebnisse: "In der Ausatemluft von Rauchern fanden sich CO-Konzentrationen, die im Mittel doppelt so hoch waren wie in der Außenluft zulässig", sagt Univ.-Prof. Manfred Neuberger, Ordinarius für Umwelthygiene an der MedUni Wien, der das Projekt in Österreich geleitet hat. "Die mittlere CO-Belastung von Passivrauchern ist um ein Drittel höher als die durch Umweltbelastungen wie Autoabgase. Sie ist mit jener von Gelegenheitsrauchern vergleichbar."

Schadstoffe im Blut

Wird viel CO ausgeatmet, bedeutet das einen beeinträchtigten Sauerstoff-Transport im Blut. Zusätzlich weisen hohe Werte auch auf eine hohe Belastung mit vielen anderen giftigen Rauchinhaltsstoffen hin.
Erste grobe Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern zeigen: In Staaten, wo die Tabakgesetze streng und die Steuern auf Zigaretten hoch sind, atmen die Raucher, aber auch die Nichtraucher geringere Mengen des Schadstoffes aus. "Ein Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Räumen führt zu einer Halbierung der CO-Belastung von Nichtrauchern", so Neuberger. "Leider ist aber Österreich in dieser Hinsicht trauriges Schlusslicht", kritisiert Univ.-Prof. Gerald Maurer von der MedUni Wien.

Infarktpatienten unter 40 Jahre

Als Kardiologe ist er tagtäglich mit den Folgen des Tabakmissbrauchs konfrontiert: "Wir sehen kaum Infarktpatienten unter 40 oder 50, die Nichtraucher sind. Und weil immer mehr Mädchen rauchen, stehen wir derzeit am Beginn einer Epidemie an Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen."

Rauchverbote zeigen rasch Wirkung

Je höher die Dosis, desto gefährlicher, gilt naturgemäß auch beim Passivrauch. "Bei Patienten mit bereits vorgeschädigten Gefäßen genügen aber oft schon geringe Konzentrationen, um einen Infarkt auszulösen", sagt der Herzspezialist.
Umgekehrt zeigen Rauchverbote sehr rasch Wirkung, so Maurer: "In den USA etwa, die in dieser Hinsicht vorbildlich sind, kam es zu einer drastischen Verringerung der Herzinfarkt-Sterberate. In Italien, Schottland und Irland sank sie bereits im ersten Jahr nach dem Verbot um zehn Prozent."

Quelle:
http://www.kurier.at/...
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