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Studien - Rauchverbot in Lokalen zeigt positive Wirkung
10/01/2008
In deutschen Gaststätten darf seit Anfang des Jahres kaum noch geraucht werden. Um Nichtraucher zu schützen, erlauben die meisten Bundesländer Qualm nur noch in abgetrennten Nebenräumen. Aber bringt das stark kritisierte Verbot überhaupt etwas? "Eindeutig ja", ist das Ergebnis aktueller Studien.

Dem Deutschen Krebsforschungszentrum zufolge sterben in Deutschland jedes Jahr 260 Nichtraucher an passivrauchbedingtem Lungenkrebs, bei Herzerkrankungen liegt die Todesfallquote im Jahr bei 2140, bei Schlaganfällen sind es 770. Insgesamt sterben jährlich mehr als 3300 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens. "Das sind mehr Todesfälle als durch illegale Drogen, Asbest, BSE und Sars zusammen", betont Martina Pötschke-Langer, Leiterin einer aktuellen Untersuchung des Krebsforschungszentrums.

Mehrere Kohortenstudien zeigen danach, dass eine rauchfreie Gastronomie die akuten tabakrauchbedingten Gesundheitsbeschwerden bei Gaststätten-Angestellten reduzieren können. So ging in Norwegen bei nichtrauchenden Beschäftigten in der Gastronomie nach fünf Monaten der Husten deutlich zurück. Bei kalifornischen Beschäftigten verringerten sich pfeifende Atemgeräusche um fast 53 Prozent, Husten am Morgen um 57 Prozent, Husten während des Tages um fast 77 Prozent und übermäßige Schleimproduktion um 78 Prozent. Auch Irritationen der Augen, der Nase und des Halses gingen um rund 75 Prozent zurück.

Weniger Atemgeräusche

Zwei Monate nach der Einführung der rauchfreien Gastronomie in Schottland hatten sich bei Beschäftigten von Bars die abgefragten Atemwegssymptome (pfeifende Atemgeräusche, Kurzatmigkeit, Husten und übermäßige Schleimproduktion) um 56 Prozent und die sensorischen Symptome (gerötete Augen, Halsschmerzen, Niesen, juckende und laufende Nase) um 49 Prozent reduziert.

Bei Mitarbeitern von Bars und Restaurants in den Vereinigten Staaten besserten sich Symptome wie Husten, gerötete Augen und eine laufende Nase bereits drei Monate nach Einführung einer rauchfreien Gastronomie. In Irland hatten sich bei Angestellten von Bars übermäßige Schleimproduktion, gerötete Augen und ein kratzender Hals ein Jahr nach Einführung der rauchfreien Gastronomie deutlich gebessert und in New York traten sensorische Beschwerden wie gerötete Augen und eine laufende Nase deutlich seltener auf.

Hohes Lungenkrebsrisiko

Nichtraucher, die in verqualmten Kneipen und Restaurants arbeiten, haben schon nach acht Arbeitsjahren ein doppelt so hohes Risiko für Lungenkrebs. Das berichten Katja Radon und Dennis Nowak vom Universitätsklinikum in München. Nach 40 Jahren sei das Lungenkrebsrisiko sogar mehr als zehn Mal so hoch wie bei anderen Nichtrauchern.

Auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America beeindruckte der amerikanische Forscher Chengbo Wang mit Fotos, die er mit Hilfe einer neuartigen Kernspintomographie von Passivraucherlungen gemacht hatte. Auf den Bildern wurden beschädigte und zerstörte Lungenbläschen sichtbar gemacht. Mit einem ähnlichen Ergebnis wie bei langjährigen Tabakkonsumenten: 33 Prozent der untersuchten Lungen zeigten deutliche Hinweise auf ein beginnendes Emphysem.

Im US-amerikanischen Monroe County gilt das Rauchverbot seit 2004 - binnen 22 Monaten kamen lediglich fünf Nichtraucher wegen Herzinfarkt in ein Hospital. "Vor dem Verbot waren es für den gleichen Zeitraum noch 17 Einweisungen", erklärte Medizinstatistiker Dong-Chul Seo von der Indiana University. Über ähnliche Erfolge berichtet Francesco Barone-Adesi von der Universität Turin. Im norditalienischen Piemont gilt seit 2005 Rauchverbot. Schon fünf Monate später beobachtete er bei den Abstinenzlern einen Infarktrückgang von mehr als zehn Prozent.

Labortests haben längst gezeigt, dass im Nebenstromrauch, der beim Verglimmen der Zigarette zwischen den Zügen entsteht, zahlreiche Gifte frei werden - Ammoniak, Stickoxid, aber auch krebserregende Stoffe wie Arsen, Cadmium und radioaktives Polonium. Selbst Feinstaub wird im Nebenqualm frei: Schon das Abglimmen von drei Zigaretten verbreitet mehr Feinstaub als ein Dieselmotor. zitt/fra

Quelle :
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/...
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